Ich werde oft nach den Vor/Nachteilen von Inhousing vs. Outsourcing zum Thema Search gefragt. Aus diesem Grund nehme ich mir heute die Zeit dazu eine kurze Pro- und Contra-Liste zu machen. Natürlich ist das Thema Inhousing vs. Outsourcing extrem von der Struktur des eigenen Unternehmens aber auch vom Umfang der geplanten oder bereits laufenden Maßnahmen abhängig.
Pro Inhousing:
- KnowHow im eigenen Haus bzw. mit den eigenen Mitarbeitern
- Einbindung von Warenverfügbarkeit aus der Warenwirtschaft direkt in Ad-Words Kampagnen
- Klare Budgetierung durch eigene Fixkosten mit ggf. geringer Performancekomponente in der Vergütung
- Starke Verknüpfung von SEM mit internen Prozessen und Zielvorgaben
- Bei einer dezidierten e-Sales oder e-Commerce Abteilung viele Möglichkeiten zum KnowHow Transfer auf andere Kanäle
- Starke Verbindung zum TeleSales oder der Call-Center Ebenen mit vergleichsweise geringem Aufwand
- Die eigene technische Tracking-Lösung schafft im Gesamtunternehmen mehr transparenz und die Daten gehören dem Kunden
- Direkter intensiver Kontakt zu Google und Co.
Contra Inhousing:
- Mitarbeiter und KnowHow-Träger sind oft auch nicht für immer die eigenen Mitarbeiter
- Scheuklappendenken zum Thema technische- aber auch fachliche Innovationen
- Ggf. fehlendes Transferdenken zu anderen Kanälen des Performance Marketing
- Warenverfügbarkeitenssteuerung ist heute auch technisch durch Agenturen lösbar
- Fixkosten durch höheren Headcount und weniger Personalflexibilität
- Ggf. schlechte Zahlungsziele und damit Liquiditätsnachteile durch die direkte Kooperation mit Google und Co.
- Technische Tracking und Bid-Management-Lösungen kosten Lizenzgebühren und sind teilweise ggf. nicht ausreichend individualiserbar da die Vergleichbarkeit fehlt.
- Mediabudget Risiko da keine CPO-Deals mit Google und Co. möglich sind.
Pro Outsourcing:
- Schneller und Flexibler Start von Maßnahmen durch vorhandenes KnowHow und Strukturen
- Reduzierter Fixkosten-Anteil abhängig vom Dienstleister-Deal
- Ggf. kein Risiko durch CPO-Deals
- Kostenlose oder “günstige” Technologie mit entsprechenden Ansprechpartnern - i.d.R hoch individualisierbar
- KnowHow auch in anderen Kanälen im Sinne von Transferdenken z.B. Affiliate zu Search
- Schnellere Skalierbarkeit von Kampagnen durch eine grössere Basis an Manpower
- Gelebte Erfahrungen ggf. auch mit Alternativen Ansätzen bei der Kampagnensteuerung und Nischensuche
- Bei ordentlichen Agenturen bleiben die Konten im Besitz des Kunden - also kein Historie-Risiko
- Ggf. verhandelbare Zahlungsziele bzw. Rahmenbedingungen
- Google erhält einen Sparingspartner der nicht nur Ihr direkter Chef ist - eine Dritte Meinung ist oft hilfreich
Contra Outsourcing:
- Ohne Vertrauen kein Erfolg - Da jede Agentur Geld verdienen muss! Stimmt das Abrechnungsmodell nicht oeffnet dieser Punkt Tür und Tor für Fraud
- KnowHow liegt nicht im eigenen Haus
- Technologie liegt nicht im eigenen Haus
- Es sollte ein zusätzliches Tracking zum Dienstleister-Tracking existieren was Zusatzkosten bedeutet
- Auch Agenturmitarbeiter können Ihren Arbeitsplatz wechseln und das heisst KnowHow-Verlust
- Dienstleister müssen gesteuert und überpruft werden das kostet Zeit und Ressourcen
Fazit:
Es kann pauschal schwer gesagt werden welcher Ansatz am meisten Sinn macht. Gerade bei sehr grossen Budgets (>10Mio EURO p. Jahr) gibt es teilweise einen Trend zum Inhousing von SEM, da hier einfach Fees gespart werden soll oder aber die Verknüpfung zu internen Prozessen im Vordergrund steht. Trotzdem beobachtet man das grosse Inhouse Budgets der nötige vertikale Weitblick und die Innovationsfreude fehlt was einen Dienstleister wieder sehr interessant macht. Zudem bieten einige Agenturen Technologie und Service der Inhouse meist nicht geleistet oder programmiert werden kann da die interne IT mehr Geld kostet als eine Agentur auf einem Hybriddeal. Die Lösung liegt also im Bedarf/Anforderung und vor allem daran ob eine Dienstleister ein Modell finden kann welches beiden Seiten fairen Ertrag bringt und skalierbar ist.
Wichtig bei jeder Dienstleister Auswahl sind aus meiner Sicht folgende Punkte:
- Volle Transparenz im Online- sowie Offline/Tracking
- Sämtliche Inhalte, Konten, Zugriffe gehören dem Kunden
- Der Dienstleister forciert den Dialog zwischen Trafficquellen (Google und Co.) und dem Kunden
- Die Agentur hat solide Erfahrung im entsprechenden Vertikal
- Genannte Referenzen sind anrufbar und geben entsprechendes Feedback
- Der Kunde kann sich sein Projektteam (bei grösseren Budgets) selber aussuchen
- Es finden zyklische Meetings, ConfCalls und Reportings statt
- Die Agentur arbeitet ständig an den Kampagnen und ist proaktiv
- Das Abrechnungsmodell ist für beide seiten Fair und voll Transparent
- Technische Lösungen sind individualisierbar und an die Kundenstrukturen anpassbar
- Google und Co. können den Dienstleister entsprechend empfehlen
- Innovation drückt sich durch Vordenken und nicht Nachbauen aus
Ich freue mich wenn Ihr diese Liste und die Pros/Cons als Kommentare erweitert. Einen weiteren Artikel zu dem Thema findet Ihr auch hier bei sem-deutschland.de…
Vielen Dank, Tim
Tags: 2 Kommentare
bisher 2 Kommentare ↓
Sehr guter und objektiver Beitrag!
Hi Tim,
erstmal Danke für den Verweis. Du hast finde ich meinen Ansatz nochmal weiter an die Praxis rangeführt.
Grüße aus Hannover
Olaf